Bergbau und Verhüttung

Die Gebiete Oberberg und Märkisches Sauerland waren schon seit dem Mittelalter eine bedeutende Industrieregionen für Metallverarbeitung. Zwischenzeitlich entwickelte sich in unseren Heimatdörfern Ohl und Rönsahl die Pulverindustrie. Zahlreiche Pulvermühlen brachten den Bürgern Arbeit und Wohlstand.
Die Pulvermühlen entstanden oft an Standorten von aufgegebenen Eisenhämmern, da sie hier die schon vorhandenen Wasserbauten wie Wassergräben und Teiche, aber auch die Gebäude nutzen konnten.
Vor der Blütezeit der Pulvermühlen war die große Zeit der Eisenhämmer. An allen Bächen unserer Region wurde die Wasserkraft genutzt zum Betrieb von Stahl- Reck- und Breitehämmer, Schmieden und Schleifereien. Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618 - 1648), in dem die wirtschaftlichen Tätigkeiten geradezu zum Erliegen gekommen waren, erlebte die Metallverarbeitung einen Aufschwung.
Bis zum Dreißigjährigen Krieg, vereinzelt auch noch danach, wurde in unserer Heimat Bergbau und Verhüttung betrieben. Mit der Besiedlung unserer Heimat durch die Franekn und Sachsen im Mittelalter wird die Suche nach Erzlagerstätten sowie die Verhüttung des Erzes und die Weiterverarbeitung des Metalles zu Waffen und Gebrauchsgegenständen begonnen haben. Für eine noch frühere Bergbau- und Verhüttungstätigkeit finden sich in unserer Heimat keine Nachweise. Ebenso fehlen Funde, die eine frühere Bevölkerung, wie z. B. durch die Kelten, belegen könnten. Wenn auch in der nicht weit entfernten Bergbauregion Siegerland nachweislich eine Bergbau- und Verhüttungstätigkeit in den letzten Jahrhunderten vor Christus stattgefunden hat und auch im Westen in Rheinnähe eine ständige Besiedelung seit der Steinzeit nachzuweisen ist, so herrscht in unserer Heimat eine Fundleere für den Zeitraum zwischen Steinzeit und 8./9. Jahrhundert.

Regina Marcus