Zug verpasst

Eine Begebenheit zum Bahnhof Ohl-Rönsahl von Friedhelm Collenberg

Auch Frau Haase (Ehefrau des Brennereibesitzers aus Rönsahl) benutzte gelegentlich die Eisenbahn. Sie ließ die Bahnmitarbeiter vorab wissen, dass sie einen bestimmten Zug ausgewählt habe und erwartete, dass Ihrer Stellung in Rönsahl gemäß der  Zug erst dann den Bahnhof verließ, wenn die Dame zugestiegen sei. Das ging einige Male gut, Frau Haases Kutsche war dann aber nicht immer pünktlich. Dann ergriff gelegentlich der Aufsichtsbeamte die Initiative zum Erziehen der feinen Dame: Er gab dem Lokführer dann das Signal zum Abfahren, wenn er die Kutsche etwa bei Zimmermann im Ohl erkannte. Zunächst ergab das natürlich große Aufregung wegen der verpassten Reise, später aber kam die Kutsche so rechtzeitig, dass der Zug planmäßig abfahren konnte. Das war etwa 1925.